Der Begriff Atlantischer Dreieckshandel bezeichnet ein Erklärungsmodell für den über den Atlantischen Ozean betriebenen Warenhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika in der Frühen Neuzeit. Der Beginn des Dreieckhandels war etwa 1680, 1807 endete er durch Verbot des englischen Sklavenhandels. Sklaverei war jedoch noch erlaubt und wurde in verschiedenen Ländern Amerikas offiziell praktiziert, bis Brasilien 1888 als letzter amerikanischer Staat mit der Lei Aurea auch dies verbot.
Idealtypisch geht das Modell von drei Stationen des Handels aus, die eine geschlossene Kette bildeten:
Von Europa aus fuhren im Oktober die mit Feuerwaffen, Stahl- und Bronzebarren, grobem Tuch, Glasperlen und Manufakturwaren beladenen Schiffe an die westafrikanische Küste (Küstenabschnitt zwischen dem heutigen Kamerun und Liberia), wo die Ladung gegen Sklaven eingetauscht wurde. Die Sklaven wurden auf Sklavenmärkten von lokalen Händlern gekauft, um lange Schiffsliegezeiten zu vermeiden.
Danach ab etwa Anfang Dezember steuerten die Schiffe die Karibik an, wo vom Erlös der Sklaven landwirtschaftliche Erzeugnisse wie grober Zucker, Rum und Melasse sowie Baumwolle erworben wurden.
Ab April segelten die Schiffe überwiegend mit Zuckerprodukten beladen in ihre Heimathäfen zurück, um die Ladung auf dem europäischen Markt mit Gewinn zu verkaufen. Die Schiffe kamen im europäischen Frühsommer zu Hause an.
Am Handel waren französische, niederländische, deutsche und englische Handelskompanien beteiligt, vor allem aber die englische Royal African Company, die den verschiedenen Kolonien Sklaven verkaufte.[1] Auch die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie war aktiv am Handel mit Sklaven beteiligt. Tatsächlich liefen nur rund zwei Drittel der europäischen Afrikafahrten im Rahmen des Dreieckshandels ab. Zudem war vor 1700 Gold und nicht Sklaven das wichtigste afrikanische Exportgut. Überdies ist in den meisten Fällen nicht ein Schiff alle drei Routen gefahren, sondern meist spezialisierten sich die Handelsschiffe auf einen Teil des Dreieckshandels.
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